Vorsorgeuntersuchung bei Erwachsenen

 

Die Augen sind unser wichtigstes Sinnesorgan. Das "Sehen" ist für viele Menschen so selbstverständlich, dass sie die Augen als Organ gar nicht wahrnehmen und auch keine Vorsorgeuntersuchungen durchführen lassen. Solange die Brille passt oder gar keine notwendig ist - so glaubt man - sind die Augen gesund. Gestützt wird diese Meinung leider oft von Werbungen, welche suggerieren, dass eine neue Brille gleichbedeutend mit gesunden Augen ist.

Doch gesunde Augen sind mehr als eine passende Brille!

Das Sehen ist ein äußerst komplexer Vorgang: Elektromagnetische Strahlung (sichtbares Licht, ca. 400-800nm) gelangt durch unsere Hornhaut, die Augenlinse und den Glaskörper auf die Netzhaut. Dort werden in den Sinneszellen durch den Zerfall der Sehpigmente elektrische Impulse erzeugt, welche durch die Sehnerven nach mehreren Ver- und Abzweigungen in die Sehrinde geleitet werden. Unser Gehirn lässt daraus nach Abgleich mit optischen Erfahrungen ein Bild entstehen. Besteht irgendwo auf dem langen Weg des Lichtes bis zur optischen Wahrnehmung eine Störung, so sehen wir nicht mehr, wie wir es gewohnt sind.

Augenvorsorgeuntersuchungen bei Erwachsenen sollten daher selbstverständlich sein!

empfohlene Kontrollintervalle: gesunde Erwachsene alle 2 Jahre; Wenn bei Ihnen Augenerkrankungen bekannt sind, Sie an Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes leiden, oder Medikamente einnehmen, die die Augen schädigen können, sollen Sie mindestens 1 x jährlich zum Augenarzt gehen!          

 

Warum Augenvorsorge?


Die im Laufe unseres Lebens auftretenden Augenprobleme können vielfältig sein.

Die Anforderungen an unsere Augen sind durch die moderenen Medien enorm angestiegen. Stundenlange genaue Arbeit im Nahbereich führt zur Überlastung unseres optischen Systems, das ständig versucht ein optimal scharfes Bild zu erzeugen und jedes Detail ans Gehirn zu melden. Häufig haben schon Schulkinder und junge Erwachsene damit Probleme und brauchen spezielle Brillen, die die Augen dabei unterstützen auf unterschiedliche Entfernungen rasch scharf zu stellen. Mit Lesebelastungstests und Messungen über die Scharfstellfähigkeit der Augen (Akkommodation) wird der Korrekturbedarf ermittelt. Üblicherweise werden Fehlsichtigkeiten mit Brillen und Kontaktlinsen korrigiert. Zunehmend kommen auch Laser-Operationen an der Hornhaut zum Einsatz.

"Schlechtes Sehen" ist leider nicht immer mit einer Brille zu beheben! Regelmäßige Kontrollen beim Augenarzt dienen der Früherkennung von Augenerkrankungen, welche dann oft gut behandelbar sind.

Zu den häufigsten Augenerkrankungen im Erwachsenenalter gehört das Glaukom (Grüner Star). Vom Betroffenen meist unbemerkt - da schmerzlos - wird durch einen zu hohen Augendruck der Sehnerv geschädigt. Es kommt zu Gesichtsfeldausfällen. Bemerkt der Betroffene die Einschränkungen schon selbst, sind sie meist schon weit fortgeschritten. Unbehandelt kann das Glaukom zur Erblindung führen! Zur augenärztlichen Untersuchung von Erwachsenen gehört daher selbstverständlich eine Augendruckmessung. Wenn notwendig, werden auch Gesichtsfelduntersuchungen und Glaukom-OCT durchgeführt.

Häufig trübt eine Katarakt (Grauer Star) die Sicht. Unsere Augenlinse absorbiert einen Teil des einfallenden UV-Lichtes. Das schützt zwar die dahinterliegende Netzhaut, führt aber dazu, dass die Linse mit der Zeit trüb wird und dadurch das Sehen beeinträchtigt. Ist ein grauer Star schon fortgeschritten, hilft eine Operation.

Auch die Makula lutea (gelber Fleck, Netzhautmitte) ist im Laufe des Lebens einer erheblichen Belastung ausgesetzt. Als Folge können krankhafte Veränderungen dieser Netzhautstelle entstehen (= Makulopathien). Die Betroffenen merken Flecken im Zentrum ihres Gesichtsfeldes, verzogenes Sehen bis zum Verlust der Lesefähigkeit. Rechtzeitig erkannt, wird die Makulopathie meist mit Medikamenten behandelt, die direkt in das Auge verabreicht werden, auch speziell zusammengesetzte Nahrungsergänzungsmittel können das Fortschreiten der Erkrankung bremsen. Manchmal sind auch Operationen notwendig.


 

Voruntersuchungsbereich: Hier werden mit halbautomatischen Geräten die Augen und die vorhandene Brille ausgemessen. 

links ein Autorefraktometer: Mit diesem Gerät werden die Dioptrien der Augen näherungsweise vermessen. Damit erhält der Untersucher erste Daten.

Mitte: ein Non-Kontact-Tonometer: Damit wird der Augendruck mit einem Luftstoss und, wie der Name schon verrät, ohne das Auge zu berühren, gemessen.

rechts ein Lensmeter: Es dient zur Vermessung mitgebrachter Brillen.

 

Die Spaltlampeneinheit: Mit dieser Gerätekombination kann eine subjektive Refraktion ( Bestimmung der optimalen Dioptrienstärke) und eine entsprechende Visusbestimmung (Bestimmung der Sehschärfe) durchgeführt werden, mit dem Spaltlampenmikroskop untersucht der Arzt die Augen und kann durch Vorhalten von Lupen auch das Augeninnere betrachten.

Allgemeinerkrankungen wie Diabetes, Hypertonie und Schilddrüsenerkrankungen können ebenfalls die Augen schädigen. Neben dem Glaukom zählt die diabetische Netzhauterkrankung zu den häufigsten Erblindungsursachen in den Industrieländern. Menschen mit Stoffwechselerkrankungen sollten mindestens 1xjährlich zum Augenarzt!

Viele Medikamente haben Nebenwirkungen an den Augen. Dazu zählen unter anderem: Kortison, Medikamente gegen Depression, Rheuma, Bluthochdruck, Herzmittel, Asthma-Medikamente. Auch hier sind regelmäßige augenärztliche Kontrollen notwendig, um rechtzeitig Gefahren für die Augen zu erkennen und zu behandeln.